Sie sind nicht angemeldet.

Club-Journal

Werde Mitglied bei uns!

Registrierung

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: SamtpfötchenClub. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich kostenlos registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich kostenlos zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt kostenlos registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

FC Santa Claus ist der Klub des Weihnachtsmanns

 

Wer für den Weihnachtsmann Fußball spielt, muss mit wenig Schlaf auskommen. Um vier Uhr am Freitagmorgen ist die Mannschaft des FC Santa Claus in Lappland kürzlich zu einem Auswärtsspiel aufgebrochen. Zurück kam sie erst am Sonntagabend.
 
Es fällt leicht, romantische Bilder im Kopf zu haben von Fußballspielern, die mit dem Schlitten anreisen. Doch der Weihnachtsmann ließ seine Mannschaft im Bus reisen. "Die Distanzen bei uns sind einfach sehr, sehr groß", sagt Mittelfeldspieler Jukka Markkanen. "Pro Saison reisen wir rund 12.000 Kilometer, alles mit dem Bus. Aber das nehmen wir gern auf uns. Es ist schließlich eine Ehre, für den Weihnachtsmann zu spielen."
 
Der FC Santa Claus ist der Fußballklub in Rovaniemi, der Hauptstadt der nordfinnischen Landschaft. 60.000 Einwohner, überall Schnee, in diesen Tagen zeigt das Thermometer bis zu Minus 30 Grad. Der Platz des Vereins liegt nur wenige Kilometer vom Polarkreis entfernt. Es gibt kaum schlechtere Bedingungen, um Fußball zu spielen. Und doch hat es der Verein in die dritte Liga geschafft.
 
Aber warum gehört er dem Weihnachtsmann?
 
Vor 18 Jahren gegründet
 
Die offizielle Gründungsgeschichte des Klubs: Er entstand 1993. Die Vereine Rovaniemi Reipas und Rovaniemi Lappi erzielten beide nur durchschnittliche Ergebnisse, da schlug einer vor: Wenn wir uns zusammen tun, sind wir stärker.
 
Die inoffizielle – und gerade in diesen Festtagen viel schönere – Geschichte: Der Weihnachtsmann und einige Elfen haben den Verein bereits vor vielen hundert Jahren gegründet. In finnischen Märchen ist Rovianiemi nämlich die Heimat des Santa Claus. Der Legende nach wollte er seinen Wohnort immer geheim halten, doch ein Durchreisender entdeckte ihn und erzählte es seinen Freunden. Die Geschichte kennt in Finnland jeder.
 
Und hier heißt es, dass der Weihnachtsmann und seine Mitstreiter für ihr Leben gern kicken, wenn sie nicht gerade Geschenke einpacken. Also lag die Idee mit dem Verein nah. "Der Weihnachtsmann war früher ein guter Stürmer. Inzwischen ist er aber in einem Alter, in dem er lieber zuschaut", erzählt Markkanen.
 
Talente aus der Umgebung
 
Seine Mannschaft besteht aus Talenten aus der Umgebung: Der jüngste Spieler ist 18 Jahre, nur vier Kicker sind älter als 25. Für teure Zugänge ist kein Geld da, das Team ist eines der jüngsten der Liga. Vor einem Jahr verpasste es nur knapp den Aufstieg in die zweite Liga, in der vergangenen Saison belegte es den zehnten Tabellenplatz. Derzeit ist Winterpause, die Vorbereitung auf die neue Spielzeit beginnt im Januar. "Das Ziel ist wieder der Aufstieg. Ich glaube, es kann diesmal klappen", sagt Markkanen. Vier Mal pro Woche trainieren sie dafür.
 
Bis es soweit ist, konzentriert sich der FC Santa Claus auf seine Schneefußball-Schule. Markkanen und die anderen spielen dort gegen Touristen aus aller Welt. Im Tiefschnee. Die Vorteile: Nach Fallrückziehern und Ausrutschern fallen die Spieler weich. Und der Weihnachtsmann steht mit einer Taktiktafel am Spielfeldrand, brüllt Anweisungen aufs Feld und bejubelt gelungene Dribblings seines Teams. "Manche denken wegen dieser Aktionen, dass wir nur ein Jux-Verein sind. Aber das stimmt nicht. Wir wollen die Welt etwas besser machen", sagt Markkanen.
 
Jedes Jahr organisiert der Klub ein Wohltätigkeitsturnier und spendet die Einnahmen an Hilfsorganisationen. Im Dorf verkaufen die Spieler in einem Fanshop Trikots und Schals, pro verkauften Artikel gehen zehn Euro an Unicef. Markkanen: "Wir möchten Menschen in Not ein Lächeln auf ihr Gesicht zaubern. Es gibt so viele Probleme auf der Welt, und der Fußball und die Legende des Weihnachtsmannes sind zwei Dinge, die sie für eine Zeit vergessen machen. Die Kombination ist also perfekt."
 
Merchandising im Internet
 
Der 29-Jährige studiert Marketing und hat seinen Verein zu einer Marke gemacht. Über das Internet verkauft der Klub weltweit Shirts und Mützen mit dem Klublogo. Im Online-Portal "Facebook" schreiben dem Verein immer mehr Fußballer und wünschen viel Erfolg für die Zukunft. In der Vereinszeitschrift "FC Santa Claus News" wirbt die Besitzerin eines Geschäfts stolz damit, dass der Torhüter seine Matratze bei ihr gekauft hat. Ein kleiner Verein als große Attraktion.
 
Die Region lebt von der Legende des Weihnachtsmannes: Es gibt einen Santapark, eine Mischung aus Museum und Freizeitpark, in dem Besucher ihn treffen und Wichtelmännchen bei der Arbeit zusehen können. Hier kreuzt auch Frau Weihnachtsmann manchmal auf und verziert Pfefferkuchen. Ein erfolgreiches Konzept: Die Zahl der Besucher vervierfachte sich in den vergangenen Jahren auf eine halbe Million.
 
Und den Touristen bietet der FC Santa Claus hin und wieder einen ganz besonderen Höhepunkt: Vor wichtigen Spielen führt der Weihnachtsmann den Anstoß aus, den sie hier "Joulupukki" nennen. Sein Haus liegt der Legende nach nur wenige Meter von dem Spielfeld entfernt. Rund 500 Zuschauer kommen zu den Partien, die neugierigen Rentiere hinter den Toren nicht mitgezählt. "Wir hoffen, dass es in Zukunft noch mehr werden und würden sehr gern mal ein Freundschaftsspiel gegen eine deutsche Amateurmannschaft bestreiten", so Markkanen.
 
Fans von Schweinsteiger und Klose
 
Der deutsche Fußball gefalle dem Weihnachtsmann nämlich sehr gut. Vor allem die Pässe von Bastian Schweinsteiger und die Tore von Miroslav Klose würden ihn sehr beeindrucken. "Er sitzt gern in seinem Sessel und sieht sich die Spiele der Bundesliga und Champions League im Fernsehen an." Für die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine drückt der Weihnachtsmann daher der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw die Daumen. "Normalerweise ist er natürlich für Finnland. Aber da unser Land nicht dabei ist, wird er Deutschland anfeuern", erklärt Markkanen.
 
Der Weihnachtsmann geht übrigens mit der Zeit, er ist sogar online: Die Ergebnisse der Auswärtsspiele seines Klubs lese er kurz nach Abpfiff im Internet.
 
Und wenn es mal nicht so läuft beim FC Santa Claus, wer entlässt dann den Trainer? Der Klub hat einen Manager, der den sportlichen Bereich verantwortet. "Aber das letzte Wort", sagt Markkanen, "hat natürlich der Weihnachtsmann." Wie sollte es auch anders sein, beim FC Santa Claus, diesem ganz besonderen Verein.

 

Quelle


Leserbriefe (2)

  • Verfasst von Micha (Mittwoch, 2. Januar 2013, 23:19)

    Finde dies super, dass der Weihnachtsmann seine eigene Mannschaft hat.

  • Verfasst von Schatztruhe (Sonntag, 30. Dezember 2012, 23:26)

    Eine originelle Idee, von der auch ich begeistert bin. Fußball ist sonst nur zu WM- und EM- Zeiten für mich interessant.